Auf Mission

„Bike-to-Bike Intercom“ ist ein heikles Thema. Eigentlich ist mir in Gesprächen mit anderen Motorradfahrern (mal mehr, mal weniger witzig, oft mit guten Argumenten) immer davon abgeraten worden.

Jetzt haben wir eine Motorradsaison zu zweit mit Intercomms hinter uns und ich habe keine Ahnung warum davon abgeraten wird.

Rational spricht eigentlich nur ein Argument dagegen: das Gespräch kann vom Fahren ablenken. Darüber hinaus gibt es aber noch die emotionalen Argumente – man ist nicht mehr allein, das Fahren wäre nicht mehr meditativ ist mir da am präsentesten hängen geblieben.

Aber irgendwie ist das die falsche Perspektive und vergisst einen sehr wichtigen Punkt: Sicherheit. 4 Augen sehen bekanntlich mehr als zwei. Für mich ist es sehr wertvoll, das wir unsere Einschätzung der Verkehrssituation teilen können. Aber das bedeutet natürlich auch etwas Disziplin beim Umgang mit der Funkverbindung. Alltagsgespräche oder Geschwätz finden einfach nicht statt.

Sehr wohl aber sprechen wir direkt an was uns auffällt. „Radfahrer auf unserer Spur voraus“, „Radfahrer im Gegenverkehr“, „Fußgänger“, „Achtung parkendes Hindernis“ um nur ein paar häufige Sätze aufzulisten. Zu Zweit kann man den Verkehr viel besser abschätzen als alleine – z.B. auch um LKWs oder Trecker zu überholen. Und man kann die Fahrtstrecke klar kommunizieren.

Und das macht schon knappe 70 % unserer Kommunikation aus. Natürlich unterhalten wir uns auch über die Aussicht und das Wetter und stimmen uns zwecks Tank- und Rastpausen ab.

Wie kann man das alles bitte nicht wollen? Ich will heile ankommen und Interkomms helfen dabei.

Ach und hatte ich erwähnt das so ein aktives Interkomm und zwei Motorräder sich so anfühlt als wäre man auf geheimer Mission? Ich hab wohl zu oft Ethan Hunt bei seiner Arbeit zugesehen.

Schreibe einen Kommentar