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Equipment: Technik

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Angeregt durch bens Kommentar bin ich auf die Idee gekommen, über mein Equipment zu schreiben. Und zwar erstmal nur über die „zusätzliche Technik“. Also: was hab‘ ich eigentlich „am Motorrad“ so „dran“ und was tut das?

Als blutiger Anfänger hab‘ ich einfach die Navigon App für’s iPhone benutzt und mir Kopfhörer ins Ohr gesteckt vor dem Aufsetzen des Helms. Das ist zwar supergünstig – aber auch total unpraktisch: Als Brillenträger ist es schon ein Abenteuer die Standard iPhone Kopfhörer im Ohr zu behalten beim Aufsetzen des Helms. Also drückt’s meistens ein Bisschen während der Fahrt. Schlimmer noch: das iPhone in der Jacke hat man weder eine Karte noch Stromversorgung. Und die Navigon App streikt sobald der Akkustand 50% unterschreitet. Dann wird einfach kommentarlos die Navigation beendet mit einer stummen Push Notification, die darauf hinweist. Um den Akku zu schonen. Großer Spaß, wenn man das nicht merkt und somit völlig in die falsche Richtung fährt.

Ausserdem muss man für jede Routenänderung (Straßensperren, Zieländerungen…) leider anhalten, die Handschuhe ablegen und die Jacke öffnen. Das bockt gar nicht, ehrlich gesagt. Naja, für’s erste gings. Aber lange habe ich das nicht ausgehalten, zugegeben.

Meine erste Anschaffung war ein Bluetooth Headset, das ich in den Helm einbauen konnte. Damit wollte ich zunächst nur das Kopfhörerproblem lösen. Ich habe mir dazu ein „Cardo Scala Rider Solo“ zugelegt. Das ist ein zweiteiliges Set: Zum Einen ist das die Halterung an der ein Schwanenhals-Mikro hängt sowie zwei Lautsprecher, die man per Klett in den Helm heften kann. Zum Anderen ist es das eigentliche Bluetooth Modul.

619ZmmP-gEL._SL1200_Das das eigentliche Herzstück abnehmbar ist hat einen Vorteil: man muss nicht seinen ganzen Helm zum Aufladen an die Steckdose schleppen. Es hat aber auch einen Nachteil: es lässt sich leichter „mitnehmen“. Da muss man halt immer mit dran denken.

Ein cooles Feature des Headsets: wenn man „einfach so“ auf den „Gespräch annehmen“ Knopf drückt und ein iPhone hat, dann wird Siri ausgelöst. Man kann also während der Fahrt Siri bitten jemanden anzurufen oder eine SMS diktieren.

Die Sprachqualität ist bis ca. 100 km/h auch ausreichend gut um sich zu verständigen. Nur wenn man mal ordentlich beschleunigt hört der Gesprächspartner nur das Röhren des Motors. Bei meinem Klapphelm bedeutet „Schwanenhalsmikrofon“ leider immer nach dem Helmaufsetzen fummelei – das Mikro sollte optimalerweise im Helm sein und verrutscht beim zuklappen zuverlässig nach unten weg.

Montiert sieht das ganze an meinem Helm wiefolgt aus:

Das ganze einzubauen war ein bisschen fummelig aber nicht schwer. Der Schaumstoff um das Mikro leidet durch den Klapphelm amtlich, da werde ich bald den Ersatz überziehen müssen.

Damit habe ich zwar das Problem der drückenden Kopfhörer gelöst, aber leider ist die Navigon App immer noch suboptimal. Das war also ein Fortschritt, aber Komfortabel geht immer noch anders. Also habe ich mir nach Rücksprache mit einer Motorradwerkstatt meiner Wahl ein Navi ausgesucht. Überraschende erste Erkenntnis: die sind teuer. Nach einigem Beraten mit einem befreundeten Motorradfahrer bin ich dann bei einem TomTom Rider gelandet.

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Die freundliche Werkstatt hat mir das gute Stück am Lenker montiert – auf der linken Seite. Da kann ich es gut sehen und ohne Probleme auch bedienen.

Was ich mir vorher nicht so überlegt habe: Motorradnavis müssen ganz andere Anforderungen erfüllen als „normale“. Sie müssen jedem Wetter standhalten, sollen selten die schnellste sondern eher die kurvenreichste Route finden und: man will zum Bedienen nicht unbedingt seinen Handschuh ausziehen. Ach und man will eigentlich auch bei jeder Sonneneinstrahlung etwas erkennen können. Und man möchte die Fahrtroute bequem am Rechner planen können. Das machen zwar auch Autofahrer, aber eher selten.

Schon des Wetterschutzes wegen sind diese Navis deutlich schwerer als PKW Navis. Und es liegt eigentlich immer eine mehr oder weniger schlechte Software für den Rechner bei um die Routen planen zu können. Ebenfalls können fast alle die aktuelle Route aufzeichnen.

Ebenfalls ein Problem, das Auto-Navis nicht haben: ein Lautsprecher bringt gar nix. Den hört man während der Fahrt eh nicht. Also ist Bluetooth mit an Bord um Sprachansagen durchzuführen. Da sich aber die meisten Headsets mit nur einem Gerät gleichzeitig verbinden können, würde das Telefonieren auf der Strecke bleiben. Das wäre nicht weiter tragisch, finde ich. Immerhin bin ich auch um nicht erreichbar zu sein mit dem Motorrad unterwegs. Es ist aber schon unpraktisch. Deshalb kann zumindest der TomTom Rider sich auch mit einem Telefon verbinden, das Adressbuch auslesen und fungiert dann als „Gateway“. Man kann über das Display wählen und das Gespräch annehmen und der Ton wird durchgeschleift.

Darunter scheint die Sprachqualität zu leiden und auch die Bedienung. Siri ist damit nämlich leider Geschichte.

Inzwischen liebäugle ich daher mit einem Headset-Upgrade. Es gibt von Cardo Systems einige Varianten, bei denen das Mikro einzukleben ist und die mit zwei Geräten kommunizieren können. Damit könnte ich Telefon und Navi parallel mit dem Headset verbinden. Die luxuriöseren Headsets haben ausserdem alle „richtigen“ Funk integriert um Helm-zu-Helm Kommunikation zu realisieren, also zwischen mehreren Piloten oder Pilot und Copilot. Aber da ist der Druck noch nicht groß genug. Sobald die Helm-zu-Helm Kommunikation wichtiger wird, werde ich wohl mal aufrüsten.

 

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